Wednesday, October 03, 2007

3,2,1.....meins!

Aus sportlichem Anreiz, um jederzeit flexibel zu sein und da ich ja schließlich in einem Umweltprojekt arbeite, habe ich mir vor gut zwei Wochen über das hiesige „eBay“ (trade me) ein Rad zugelegt, meinem zu Hause ziemlich gleich (Scott, 2 Reifen, Lenker, etc.)..

Damit werde ich zukünftig sowohl meinen Arbeitsweg zum Block, bzw. in UNSER Office (dazu später) zurücklegen (natürlich etwas vom Wetter abhängig!), als auch wochenendweise Trips in meiner Nähe unternehmen, so wie beispielswiese letzten Samstag..

Morgens gegen 9 bin ich, bewaffnet mit Rucksack, Fotoapparat, Handy, 3 L. Wasser, 2 Avocados, 2 Äpfeln, 4 Sandwiches und einem schicken Helm (hier absolute Pflicht!) losgezogen. Natürlich tat ich das nicht, ohne vorher einen kurzen Blick auf mein gesammeltes Kartenmaterial zu werfen: eine gemütliche Ausfahrt ins „Nachbarörtchen“ Waihi sollte es werden – dass „gemütlich“ hier unpassend ist, hätte mir der Blick auf den Maßstab meiner Karte verraten (An dieser Stelle ein kleiner Hinweis: für alle, die bisher noch nicht gewusst haben, dass es Waihi tatsächlich gibt, ihr findet den Ort unter dem Link „Nordkarte“, südwestlich von Papamoa).

Nach 4 stündiger, zügiger Fahrt auf einer Schnellstraße (Mama, hier ist das erlaubt und die Autofahrer werden regelmäßig mit Schildern an die Radler erinnert^^..)kam ich an einem kleinen Wald-Rastplatz vorbei, der mich durch seinen gepflegten Rasen und seine riesigen Palmen zu einem Zwischenstopp zwang.

Von Waihi war leider immer noch nichts zu sehen. Auf den „Spuren alter Maori“ bin ich von dort aus zu Fuß (~10 Minuten) einem kleinen Pfad gefolgt, der durch den Urwald zu einem kleinen Bach führte. Ich muss sagen, das war eine der schönsten Vegetationszonen, die ich hier bisher gesehen habe: riesige, schnurgerade – noch kahle - Bäume, umwachsen von wildem Bambus, Yuckapalmen und überall verteilt, Neuseelands native tree, der Silberfarn (mein Favorit).

Ich kam mir vor, als stünde ich mitten im brasilianischen Regenwald, keine Menschenseele um mich herum. Durch die Wolken und den aufziehenden Nebel wirkte die Vegetation um den Bach herum fast schon ein wenig unheimlich; ein Glück, dass es hier keine giftigen Schlangen bzw. Spinnen gibt..

Fast schon begann ich mir Sorgen über den Ort und seine Existenz zu machen, als ich dann plötzlich gegen drei Uhr eine kleine Gruppe von Häusern sichtete. Leider gab das Dorf an sich nicht viel her und die Kiwis, die ich am Straßenrand fand – 1-2 Tage alt und wohl von einem Transporter verloren, waren wahrscheinlich mein größtes Highlight am Ziel meiner Tour.

Die Rückfahrt zog sich sehr und die vielen Bergauf- und Bergabfahrten ließen mich doch etwas unruhig werden: die Lust schwand, Regen bahnte sich an und gegen halb sieben wird es hier zur Zeit dunkel; ohne Licht auf einer Schnellstraße zu fahren macht sich da nicht gut..

Jedenfalls kam ich gerade mit der Dunkelheit wieder in Papamoa an und lies mich dort erst einmal in einen der schönen Gärten fallen..

Nichtsdestotrotz, ich bin wieder fit, habe gelernt - dass die Kilometerzahlen nicht zu unterschätzen sind und habe, um meine Reichweite zu optimieren, mir nun zusätzlich hier mein erstes kleines Haus gekauft, das mich für die ein oder andere Nacht beherbergen soll.

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