Sunday, September 23, 2007

Schweißtreibende Arbeit auf dem Feld

Nach langen Stunden im Büro wurde es Zeit, auch selbst einmal Hand am Block anzulegen, denn so schön die Vorschläge und Planungen sind, letztendlich braucht man auch jemanden, der sie umsetzt.

Motiviert und bis aufs Äußerste entschlossen zogen Chris und ich mit 80 NZ$ im Geldbeutel los, um Equipment zu besorgen, welches uns im Kampf mit dem Gorse unterstützen sollte. In Deutschland hätte man wohl jeden ausgelacht, der stolz behaupteten würde, für 40 € zwei große, stabile Astscheren, eine schnittige, anständige Säge und acht Paar Lederhandschuhe bekommen zu haben. Nachdem sich die Säge nach den ersten 4 Ästen in ihre Einzelteile zerlegt hatte und die Handschuhe nach dem ersten Tag mehr Löcher als Finger aufwiesen, wussten wir – warum. War jedoch nicht weiter schlimm: schließlich fand sich eine andere Säge in der Scheune und 4 Paar Handschuhe blieben uns für die kommenden Tage ja auch noch. Eventuell sollten wir das nächste mal etwas mehr als nur 2, 50€ für eine Säge locker machen.

Nichts desto trotz, wir rückten dem Gorse Stück für Stück an den Kragen (die ganze letzte Woche von halb 9 morgens bis 4 Uhr Nachmittags; selbstverständlich mit kleineren Pausen =) und wir werden auch in Zukunft sein größter natürlicher Feind bleiben.

Achja, neben Gorse und dem Schmutzwasser bietet der Block natürlich auch noch ein paar positive „Schmankerl“, wie zum Beispiel den privaten Badestrand. Auch wenn das Wasser noch etwas kalt ist, wir machen anständig Gebrauch davon und gerade im Sommer macht so etwas doch was her!!

Hearings at the council

Anlässlich des Wasserproblemes, das die Stadt besitzt, wurde von der regionalen Regierung Meetings mit einer Umweltorganisation, Wissenschaftlern und Forschern aus dem Bereich Wasserplanung, Bauherren und diversen Landeigentümern organisiert. Es wurde zum einen über das Regenwasser Problem gesprochen, desweiteren aber auch über Hochwasserszenarien diskutiert: durch das flache Küstenland steht bei starken Stürmen auf der See schnell die ganze Region unter Wasser. Dies geschah bereits zwei mal im Jahre 2005. Da es soweit noch keine effiziente Lösungsschritte für solche Fälle gibt, wurden Wissenschaftler mit Untersuchungen beauftragt. Modelle für die nächsten Jahre, Vorschläge und Kritiken an bisherigen Lösungen wurden präsentiert.
Als Vertreter für die Kaituna 8B1 Trustees waren Chris und ich anwesend, um die neuen Informationen an diese weiter zu geben. Praktischerweise wurde zu jeder “evidence“, die vorgetragen wurde, ein Bündel Papier ausgeteilt, sodass wir später nochmals die Berichte lesen konnten und die vielen Lücken (weitestgehend) schließen konnten. Es war außerdem die darauffolgende Woche unsere Aufgabe, einen Report dazu zu verfassen, der alle Vorschläge und Entscheidungen umfassen sollte. Wie das bei politischen Angelegenheiten jedoch so ist, wurden nur zu den wenigsten Dingen vom Council Beschlüsse gefasst und der Rest auf Mitte Dezember vertagt. Wen wundert’s?

Probleme, die Kaituna 8B1 beinhaltet

Bei unserem ersten Besuch auf dem Block wurden wir unmittelbar mit den 3 mehr oder weniger großen dort auftretenden Problemen konfrontiert:

1.11. Es führt eine Art Feldweg durch das Gebiet, der vom Nachbarn gebaut wurde, um auf sein Grundstück zu kommen. Diese „Straße“ teilt das Gebiet und muss bei einer evtl. Planumsetzung erhalten bleiben.

2. 2. „Gorse“: ein von weitem schön gelb blühendes Gewächs, welches bei genauerem Hinschauen jedoch zu 70% aus Stacheln besteht und überall in Neuseeland verbreitet ist. Es wurde von den Engländern vor Jahren eingeführt und als Grenzmarkierung bzw. als Mittel, um das Land für die Einwohner unnutzbar zu machen, verwendet. Das Klima hier tat ihm anscheinend recht gut und somit ist es zu einer regelrechten Plage geworden. Es ist an dieser Stelle zu vermerken, dass (nach ersten Vergleichen) gerade in „Kaituna 8B1“ die größte Konzentration und zugleich die prächtigsten Exemplare von dieser Spezies anzutreffen sind. Kein Wunder: niemand hatte in den letzten Jahren genug Motivation gehabt, Hand anzulegen.

Ein3. Eine sehr große Wasserlache zieht sich ausladend durch „unser“ Land. Dies wäre nicht weiter tragisch, wenn es sich um sauberes Wasser handeln würde; tatsächlich ist es das Regenwasser aus der Stadt, das durch eine zweite Kanalisation aus der Stadt, frei auf das unbebaute Land geleitet wurde. Folglich befindet sich Sraßendreck, industrielle Substanzen u.a. Dinge im Wasser.


Diese Probleme müssen nun angegangen und Lösungen dazu gesucht werden.

Saturday, September 22, 2007

Kaituna 8B1

Nun, als ich (noch in Deutschland) mein Projekt "Kaituna 8B1" zugeteilt bekommen habe und die Projektbeschreibung zusammen mit Christian las, gingen wir zunächst von folgender Aufgabenstellung aus:
Wir beide würden als Ranger in einem 70 Acr Nationalpark arbeiten, d. h. einerseits durch den Park patrouillieren und Pflänzlein zupfen und andererseits geschichtliche Führungen bezüglich des Parkes halten. Entweder haben wir es unserem "proper" Englisch zu verdanken oder der "schlechten" Projektbeschreibung - das Projekt ist tatsächlich ganz anders...
"Kaituna 8B1" ist der Name eines Stück Lands (~38 ha groß), das etwas außerhalb von Papamoa, direkt an der Küste liegt. Dieses Stück Land bzw. Block wie es hier genannt wird, gehört einheimischen Maori und wurde bisher immer an deren Nachkommen weitervererbt. Die Frage die sich den Maori und zugleich Christian und mich, als Projektarbeiter heute stellt: was soll mit diesem Block in Zukunft geschehen? Die Besitzer anliegender Gebiete und die Stadt pochen stark darauf, das ganze Gebiet zu "developpen", d. h. Häuser und Einkaufszentren darauf zu bauen. Kaituna 8B1, durch seine Lage zwischen diesen anderen Gebieten müsste dazu aber auch entwickelt werden, andernfalls kann nicht weiter gebaut werden. Die steigenden Steuern, die sie dafür jährlich bezahlen müssen, erzwingen ebenfalls eine Handlung. Bisher lag das Land brach, lediglich eine kleine Fläche war bzw. ist an ein paar Pferdebesitzer vermietet – was kein großes Einkommen verspricht (50NZ$ ~ 27€/Pferd/Monat).

Ein Verkauf an die Stadt steht als letzte Möglichkeit für die Maori offen: dieses Land ist ihnen aus geschichtlichen und kulturellen gründen sehr wichtig: hier wurden Kriege zwischen Engländern und Maori ausgetragen und "Kaituna 8b1" war ein Geschenk eines anderen Maori Stammes an sie - als Dank für die Unterstützung im Krieg.

Unsere erste Woche in diesem Projekt bestand darin, gesammelte Verträge, Verhandlungen, diverse Gerichtsverfahren und vorherige Planungen zu studieren, um uns ein genaueres Bild von der Situation machen zu können. Außerdem sollten wir Ideen sammeln, was man auf diesem Land erbauen könnte, um Geld damit einzunehmen; Dazu hatten wir auch ein Meeting mit den vier „Maori-Trustes“, die dieses Land vertreten bzw. verwalten.

Christian und ich sind die ersten, die als Zivis hier arbeiten, d.h. „Kaituna 8B1“ ist eigentlich noch kein Projekt sondern es soll zu einem gemacht werden. Dazu sind Ideen, „Machbarkeitstudien“, Arbeitsplanungen und Verhandlungen mit der Stadt bzw. dem Maori Land Court notwendig.

Friday, September 14, 2007

Die Kiwis - äußerst kontaktfreudig

Trip to Auckland

Schon länger stand fest, dass Christian vom 7. bis 9. September nach Auckland reisen würde: der 20. Geburtstag seines Kumpels aus Freiburg fiel dieses Jahr auf dieses Datum ;).

Kurzfristiger war hingegen die Tatsache, dass 2 weitere Freunde und ich mit dabei sein würden. Nach 4 stündiger Fahrt hatten wir die 220 km mit nem Sprinterbus zurück gelegt und nisteten uns in einer Jugendherberge (Backpacker) ein. Wie es sich für motivierte Zivis gehört, haben wir uns gleich im Anschluss daran aufgemacht und Neuseelands Großstadt durchkämmt. Mit 1,3 Mio. Einwohnern ist Auckland zwar die größte Stadt hier, NZs capital ist jedoch Wellington, im Süden der Nordinsel.

Auckland wirbt u. a. kräftig für seinen großen „Skytower“, der mit 328 m angeblich sogar 4 m höher ist als der Eifelturm in Paris – auf mich wirkte dieser jedoch mehr alt als hoch und so und sparte ich mein Geld für den Aufzug. Was Mama freuen wird, ich habe 5 $ für das Auckland Museum geopfert: durch alte Maori Objekte (Werkzeuge, Waffen und Kunstwerke), eine Vulkanausstellung und Berichte bzw. Bilder aus dem zweiten WK haben wir uns gekämpft, es hat sich jedoch wirklich gelohnt.

Zu erwähnen ist desweiteren das sehr hügelige Stadtbild Aucklands; ein kleiner Spaziergang durch die Stadt kann da schnell zur Bergtour werden, zumindest was die Höhenmeter betrifft.

Achja, dann war da auch noch unser Geburtstagsgeschenk an Moritz: alle gemeinsam gingen wir Freitag Abends noch auf ein Rugby Spiel Semifinale. Hier erfuhren wir endlich, was sich hinter unseren 25 $ Eintrittskarten (die wir als Schnäppchen vermuteten)wirklich verborgen hatte: mehr als ein Sitzplatz im Gras auf einem kleinen Hügel, 50 m entfernt vom Geschehen, stand uns leider nicht zu J .Zum Glück waren wir nicht die einzigen ohne Stuhl und zusammen mit ~30 000 anderen Fans war die Stimmung im Grünen wirklich großartig, trotz verlorenem Spiel.

Die Abende in der Stadt waren für mich ein ziemlich kurzes Vergnügen: mit meinem sportlichen Outfit konnte ich keinem der Security Leute begeistern und musste wegen eines zu “casual”-en Dresscodes von außen in die Clubs schauen.


An diesem Haus gut zu sehen ist die creative Bauweise und Farbenfrohheit der Kiwis - wems gefällt^^





Tauranga/ Papamoa und Umgebung

Ein schönes Foto Motiv bietet der mit 230m. nicht gerade hohe Mt. Maunganui: als alleinstehender Hügel bietet er trotz geringer Höhe guten Überblick über die „Bay of Plenty und wirkt nahezu bei jedem Wetter und Sonnenstand verschieden.

Nur wenige Kilometer außerhalb von Papamoa sind bereits tolle Landschaftsaufnahmen zu machen, hier beispielsweise Gideons Field, ein kleiner Park und gleichzeitig Arbeitsstelle von Theo, der ein altes Maori Ehepaar bei der "Gartenpflege" unterstützt.

Sunday, September 02, 2007

..und schon der nächste Geburtstag^^

Meine liebe Anais,
dieses Bild habe ich ganz in der Nähe von hier für Dich aufgenommen, ich hoffe du kannst es lesesn - ich möchte dir Alles Alles Gute zu deinem 18. Geburtstag wünschen!
Hoffentlich feierst du kräftig in Gran Canaria und hast anschließend ein tolles Geburtstagsfest zu Hause!
Für dein neues Lebensjahr vieel Glück und Freude!!


Ich melde mich demnächst wieder bei dir, viele liebe Grüße - dein seba