Nun, als ich (noch in Deutschland) mein Projekt "Kaituna 8B1" zugeteilt bekommen habe und die Projektbeschreibung zusammen mit Christian las, gingen wir zunächst von folgender Aufgabenstellung aus:
Wir beide würden als Ranger in einem 70 Acr Nationalpark arbeiten, d. h. einerseits durch den Park patrouillieren und Pflänzlein zupfen und andererseits geschichtliche Führungen bezüglich des Parkes halten. Entweder haben wir es unserem "proper" Englisch zu verdanken oder der "schlechten" Projektbeschreibung - das Projekt ist tatsächlich ganz anders...
"Kaituna 8B1" ist der Name eines Stück Lands (~38 ha groß), das etwas außerhalb von Papamoa, direkt an der Küste liegt. Dieses Stück Land bzw. Block wie es hier genannt wird, gehört einheimischen Maori und wurde bisher immer an deren Nachkommen weitervererbt. Die Frage die sich den Maori und zugleich Christian und mich, als Projektarbeiter heute stellt: was soll mit diesem Block in Zukunft geschehen? Die Besitzer anliegender Gebiete und die Stadt pochen stark darauf, das ganze Gebiet zu "developpen", d. h. Häuser und Einkaufszentren darauf zu bauen. Kaituna 8B1, durch seine Lage zwischen diesen anderen Gebieten müsste dazu aber auch entwickelt werden, andernfalls kann nicht weiter gebaut werden. Die steigenden Steuern, die sie dafür jährlich bezahlen müssen, erzwingen ebenfalls eine Handlung. Bisher lag das Land brach, lediglich eine kleine Fläche war bzw. ist an ein paar Pferdebesitzer vermietet – was kein großes Einkommen verspricht (50NZ$ ~ 27€/Pferd/Monat).
Ein Verkauf an die Stadt steht als letzte Möglichkeit für die Maori offen: dieses Land ist ihnen aus geschichtlichen und kulturellen gründen sehr wichtig: hier wurden Kriege zwischen Engländern und Maori ausgetragen und "Kaituna 8b1" war ein Geschenk eines anderen Maori Stammes an sie - als Dank für die Unterstützung im Krieg.
Unsere erste Woche in diesem Projekt bestand darin, gesammelte Verträge, Verhandlungen, diverse Gerichtsverfahren und vorherige Planungen zu studieren, um uns ein genaueres Bild von der Situation machen zu können. Außerdem sollten wir Ideen sammeln, was man auf diesem Land erbauen könnte, um Geld damit einzunehmen; Dazu hatten wir auch ein Meeting mit den vier „Maori-Trustes“, die dieses Land vertreten bzw. verwalten.
Christian und ich sind die ersten, die als Zivis hier arbeiten, d.h. „Kaituna 8B1“ ist eigentlich noch kein Projekt sondern es soll zu einem gemacht werden. Dazu sind Ideen, „Machbarkeitstudien“, Arbeitsplanungen und Verhandlungen mit der Stadt bzw. dem Maori Land Court notwendig.
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