Friday, March 21, 2008

Lake Wikaremoana Great Walk

Noch kurz bevor ich abhaue: Für das lange Osterwochenende ist, wie ihr weiter unten lesen könnt, eine Wanderung im Te Urewera National Park (südöstlich von Tauranga) geplant.. Nach mehreren Anläufen scheint es nun endlich zu klappen!!

Euch allen ein schönes Osterfest, genießt (bzw. nutzt) die Ferien (für eventuelle Abiprüfungen!!^^). Haltet die Ohren steif!!

Hey to all of you,

Things are quite complicated at the moment concerning our trip: soon the Easter holiday will begin, not everything is planned yet and communication is only possible via Email, as the ICYE phones unexpectedly got cut off today. It could take some time get them working again, therefore we have to communicate via email - hopefully you all check your emails from time to time!!

For those of you who do not know yet: The Canoe trip for Easter had to be canceled: not enough canoes available. I talked to Minsik and we decided to shift this trip to the next longer weekend, 24th(evening)-27th of April . All of you who are still interested in it should make up their minds – I have to book by the beginning of next week and then we will go there, no matter what the weather will be like..

As Easter is one of the last holidays for those who arrived last year, we definitely want to do the Waikaremoana Great Walk this weekend - 21-23th of March.
From the following people I need to know as soon as possible, who of you will DEFINITELY! join the tour (to get transport, tents, food etc. sorted)!!
Thomas (Matamata), Minsik & two German girls from Napier, Céline

There is not much time left, so please answer me quickly – otherwise I can’t count you!
Mie (Denmark, ICYE) and her friend Riikka (ICYE) already confirmed – as well as myself of course.

We would start driving to the Lake on Friday in the afternoon (2 pm). Can someone of you offer conveyance to the Lake – otherwise I’ll think of something else. Who has got a tent or a cooker?
As soon as I receive your answers, I will let you know how everything will work with transport, times, tent space, food, ..

Hope hearing very soon from you, sorry that this is quite stressful so far...
Looking forward to the tour with you, seba

PS: here is a recommended packing list..


· sleeping bag and –mat
· tent – if possible
· cooker/ portable stove – if possible
· cooking pot (one for two people is enough!)
· warm, windproof and rainproof jacket, rain trousers?, hat and gloves? ( Cotton clothing is not suitable, this includes jeans)
· sturdy boots (Sports trainers might be possible as well, however they might get wet!!)
· one long and short trousers
· sunscreen, sun hat and sunglasses
· tissue (for yourself;)
· your ICYE phone (no matter if it does not work)
· enough drinking water for Friday/ Saturday/ Sunday – also for your cooking; there are sometimes water tanks at the huts which you could use as well after you have boiled it. However make sure you bring between 4 and 6 liter water with you!
· food ,also snacks
· plastic cup, plate and cutlery
· tog and towel
· clasp-knife and flashlight
· medicine?, etc.

Consider during your packing – the more you bring with you, the more you have to carry!!! If you have any further questions, please write me an email (seba.cadus@web.de).

(Hierzu gibt es leider noch keine Bilder, aber ich werde berichten!…=)

K8B1

Auch von meiner Arbeitsstelle gibt es wieder Neuigkeiten – positive und negative.. Mittlerweile haben Chris und ich die ersten 4 Wochen stumpfsinniges Gorse schneiden im neuen Jahr hinter uns; auch wenn das Gorse auf K8B1 fast schon rote Zahlen schreibt, unser Werkzeug hat mittlerweile doch auch deutlich an Präzision verloren..

Vor knapp 3 Wochen ist das große ‚Mais-Abriss-Kommando‘ angerückt: um die 12 Trucks mit Anhänger waren nötig, um den Futterreis wegzukarren. Neben dem Maisfeld wurde durch das große LKW Aufgebot leider auch die kleine Schotterstraße zu unserem ‚shelter‘ platt gemacht – die großen Reifen haben tiefe Spuren im weichen Untergrund hinterlassen. Durch den anfängerhaften Versuch, mit ungleichmäßigem Aufschütten großer Steine den Schaden zu beheben, kann man den shed jetzt nur noch nach einem ordentlichen Aufsetzer mit dem Auto erreichen ;).

Sehr interessant - die Council Hearings betreffend - ist folgendes Foto von Kaituna 8b1, wenn man es mit einem ähnlichen von letztem Jahr vergleicht.

Stand: 20.09.2007
Stand: 22.02.2008

Stand: 22.02.2008

Der Wasserunterschied ist doch extrem! Bevor in Papamoa die große Entwicklung einsetzte und damit große Mengen Regenwasser in den Wairakei Stream geleitet wurde, war dieser wohl kaum größer als er hier zu sehen ist. All das Wasser auf dem ersten Bild ist somit durch ein schlecht geplantes Regen-Abwasser-System in der Entwicklungsplanung der Stadt verursacht..

Sunday, March 16, 2008

so geht's doch auch..



wie ihr hoert und seht geht es mir gut ;)
..das kommt davon, wenn man mit Filmbearbeitungsprogrammen rumspielt
(und sich nicht auskennt^^).

Thursday, March 13, 2008

Zwischenbericht

Puenktlich zum Ende der ersten Jahreshaelfte fand jeder Zivi hier in Neuseeland ein Schreiben von unserer Austauschorganisation in seinem Postfach, worin an unsere Pflicht, einen Halbjahresbericht fuer kommende Zivildienstleistende zu schreiben, erinnert wurde. Um denjenigen unter euch, die mangels Zeit o.ae. nur unregelmaessig meine Berichte lesen, eine knappe Uebersicht zu geben, habe ich mich entschieden, meinen Report hier hochzuladen. Viel Spass beim Lesen, seba..


Rückblickend auf das letzte halbe Jahr muss ich sagen, dass es, trotz der Kürze der Zeit, sechs sehr ereignisreiche Monate für mich waren. Sei es die Arbeit, die vielen Ausflüge, das Kennenlernen von neuen Freunden oder auch nur der einfache Abend zu Hause - aus allen Bereichen könnte ich interessante Geschichten und lustige Erlebnisse erzählen.

Um euch eine bessere Übersicht zu schaffen, werde ich versuchen, über ein paar verschiedene Bereiche ein wenig zu schreiben, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen.

Die meiste Zeit in Neuseeland verbringe ich wohl mit meinem Arbeitsprojekt: Kaituna 8B1. Im Austausch mit anderen Exchangees wurde mir dabei schnell bewusst, dass es sich hierbei um ein sehr viel breiteres Aufgabengebiet handelt, als das normalerweise der Fall ist. Hierzu eine Kurzübersicht:
Kaituna 8B1 ist der Name eines Stück Landes (~38 ha), nahe Papamoa/ Tauranga, das im Besitz einiger Maori ist und das ihnen aus geschichtlichen Gründen sehr viel bedeutet. Die Frage, die sich den Maori stellt lautet ‚was soll mit diesem Land in Zukunft geschehen? Da es sich im Einzugsgebiet eines geplanten Baugebiets befindet, ist eine schnelle Entscheidung nötig, um nicht die Kontrolle darüber zu verlieren. Zu diesem Zeitdruck kommen auch noch einige Probleme ökologischer Art hinzu, wie z.B. das weit über den Blog verbreitete Gorse (Stachelgewächs) und das aus der Stadt kommende, verschmutzte Regenwasser, das sich in 8B1 aufstaut.
Zur Unterstützung der Maori-Landvertreter, setzten Christian, ein weiterer FSJler und ich an diesen Problemen an. Unser Arbeitsgebiet teilte sich dabei in körperliche Arbeit und in Verwaltungstätigkeiten auf: das Gorse musste mit diversem Werkzeug entfernt werden und Verhandlungen mit der Stadtverwaltung und verschiedenen Entwicklungsplanern waren nötig, um beispielsweise Verbesserungen der Wasserqualität zu fordern oder über zukünftige Entwicklungsrichtungen zu diskutieren. Dabei nahmen wir unter anderem auch an ‚hearing panels‘ – öffentlichen Diskussionen der Stadt mit Forschern und Wissenschaftlern, sowie anderen Landbesitzern teil und formulierten ein Forderungsschreiben für die Handhabung der Wasserentsorgung in Papamoa aus. Andererseits beschäftigten wir uns aber auch mit dem Auswerten von Geschichts- und Forschungsberichten zu diesem Stück Land und füllten ‚funding‘ Anträge aus, um Geldgeber für das Land zu finden.

Kaituna 8B1 Block, beim Gorse schneiden

Diese Aufgaben boten somit zum einen ein gutes Sprachtraining, zum anderen bekamen wir aber auch einige Einsichten in den Aufbau einer städtischen Entwicklungsplanung. Das Verhältnis von Büroarbeit und Arbeit im Freien würde ich als ausgeglichen beschreiben, zumal wir teilweise auch in diversen Parks als „Aufräumungskommando“ bzw. für Instandhaltungsarbeiten eingesetzt wurden.
Durch die abwechslungsreiche Tätigkeiten, aber auch die verschiedenen Meetings, die uns in Kontakt mit vielen verschiedenen Berufen und Firmen brachte, machen die Arbeit für mich sehr anspruchsvoll/ lehrreich und lassen mich gerne mit ihr beschäftigen.

Nichtsdestotrotz versuche ich natürlich, meine freie Zeit am Wochenende so gut es geht, mit Ausflügen und Aktivitäten zu verbringen, um die hiesige, vielseitige Landschaft und die Interessen der Kiwis kennenzulernen. Gleich zu Beginn meines Jahres habe ich mir dazu ein Fahrrad zugelegt, mit dem ich des Öfteren 1-2 Tage Trips gemacht habe. Auch Wanderungen in größeren und kleineren Gruppen durch die Vulkan- und Urwaldlandschaften Neuseelands habe ich zusammen mit anderen ICYE Exchangees organisiert und unternommen, sodass ich nicht nur Neuseeländer, sondern auch Franzosen, Südkoreaner und einen Nepalesen kennen gelernt und gute Freunde gefunden habe.

Cape Reinga, vertreten sind Südkorea, Taiwan, Nepal und Deutschland

Tongariro Crossing, früh am Morgen

Als ich während meines ‚travel month‘ die Nordinsel Neuseelands durchreist habe, ist mir ein großer Unterschied zwischen der Art des Reisens und der damit verbundenen Gastfreundschaft der Neuseeländer aufgefallen. Dazu muss ich sagen, dass ich zu Beginn meines Neuseelandaufenthaltes das Buch von Dieter Kreuzkamp „ Am schönsten Ende der Welt – Neuseeland“ gelesen habe, worin er seine Reise per Fahrrad durch das Land beschreibt und immer wieder auf die einzigartige Gastfreundschaft der Kiwis zu sprechen kommt, die ihn überall ansprechen und begeistert zu sich nach Hause einladen. Dies kam mir zum Teil etwas unglaubwürdig vor. Während meiner Autoreise, zusammen mit meiner Freundin, fühlte ich mich in meinem Gedanken bestätigt: wir fanden zwar hin und wieder Familien, in deren Gärten wir uns niederlassen konnten, einige Male wurde unsere Anfrage jedoch zurückgewiesen. Ganz anders erging es mir jedoch, als ich mit meinem Vater für sechs Tage mit dem Fahrrad unterwegs war: des Öfteren wurden wir angesprochen, ob wir nicht auf eine Tasse Tee vorbeikommen, oder im Hintergarten unser Zelt aufbauen wollten. In Gisborne wurden wir von einer Frau im Supermarkt zum Abendessen eingeladen und wieder wo anders wollte der Wirt einer kleinen Kneipe partout kein Geld für sein Abendessen annehmen. Das erinnerte mich direkt an mein Buch zurück, wo sich wohl doch alles wie beschrieben ereignet hat! Wenn ihr hier also neben dem Reisen auch in Kontakt mit Einheimischen kommen wollt, betätigt euch sportlich ein wenig – das lieben die Kiwis!


Sebastian Cadus

(sebacadus.blogspot.com)

Sunday, March 09, 2008

Eine kleine ‚Vélodysee‘..

Nichts sollte dem Zufall überlassen sein: mehrere Verhandlungen mit dem Radverleih über Fahrradausstattung und –preis waren geführt, Anfragen beim regionalen Busverband gemacht und Besuche beim Mobilfunkgeschäft, Motorradhändler, sowie dem Autoverleih und bei der Bank getätigt worden – halb Tauranga wusste von Papas New Zealand Urlaub (Ende Januar – Mitte Februar). Auch er selbst hatte sich im Voraus genauestens mit seiner Planung beschäftigt; eingedeckt mit Info- und Kartenmaterial aus dem Globetrotter-Laden hatte er zu Jugendherbergen in ganz Neuseeland Kontakt aufgenommen, Packlisten geschrieben, mit Motorradgruppen diskutiert und eine genaue Tourplanung erstellt - jede einzelne Stunde seines Reiseaufenthaltes war verplant gewesen. Bevor stand eine 6 tägige Radtour mit mir, ein Flug auf die Südinsel und eine ‚self-guided‘, 12 tägige (lange!) Fahrt auf dem Motorrad. Da blieb nicht viel Zeit, etwa einen Jet lag nach der fast 30 stündigen Anreise auszuschlafen oder gar aus dem Winter kommend sich an NZ’s Sommer akklimatisieren zu können. Auch blieb am Ankunftstag nicht viel Zeit für eine ausführliche Unterhaltung: es hieß ‚schnell schlafen‘, um tags darauf fit und ausgeschlafen einen 10 Kilometer langen Sprint zum Radverleih zurücklegen, nach dessen Rückkehr die Räder ‚satteln‘ und aufbrechen zu können. Spontan entschieden wir uns allerdings noch kurz vor Tourantritt, die geplante Strecke - um das ganze East Cape herum - weg zu lassen, was uns die durchschnittliche Tagesdistanz von 145 km ersparten und mehr Zeit für Sightseeing bzw. eine kleine Wanderung bringen sollte.

Die ersten 70 Kilometer von Papamoa nach Whakatane waren schnell und ohne große Mühen zurückgelegt: der Bustransfer war sein Geld wert gewesen..

Auch wenn – dank der Packliste - an alles Wichtige gedacht worden war, die Verteilung des Gepäcks auf unseren Rädern machte einen nicht ganz so professionellen Eindruck: die in Mülltüten eingepackten Schlafsäcke und das Zelt waren mit Hilfe der Spanngurte zwar einigermaßen gut auf dem Gepäckträger zu befestigen, als später jedoch noch eine große Lebensmitteltüte als Krönung oben drauf gepackt werden musste, begann diese Konstruktion doch etwas unstabil zu werden. Dies machte sich besonders bei Abfahrten bemerkbar, wenn der ganze Stapel in Schräglage kam und umzufallen drohte. Nicht nur einmal hörte ich Papa deswegen fluchen, bzw. sah ihn vor Wut die gesamte Ladung vom Gepäckträger klopfen J.

Von Whakatane aus ging es, der Küste entlang nach Opotiki, in dessen Nähe wir unser erstes ‚Lager‘ errichteten. Leider war nicht nur der Strand direkt neben unserem Zeltplatz, auch die Haupstraße befand sich unmittelbar dahinter. Papa am nächsten Morgen: „Jedesmal wenn ein LKW vorbeikam, dachte ich, er fährt mir gleich über die Füße..“

Um den Verkehr etwas zu meiden, war geplant, nicht über die geteerte Hauptstraße von Opotiki nach Gisborne überzusetzen, sondern einen parallel dazu verlaufenden Schotterweg, den sog. ‚Old Motu Way‘ zu befahren. Eine Entscheidung, die wir zwar während der Fahrt bereuten, später jedoch noch die Eintrittskarte zu einem gemütlichem Abend werden sollte.

Durch kleine Flüsse hindurch verlief die Straße in wilden Kurven ständig bergauf – bergab, wobei man nie in den Genuss kam, nach einem größeren Anstieg einmal für ein paar Minuten auf der gleichen Höhe zu bleiben. Papa: „Als ob die Neuseeländer einem über jeden Hügel den sie haben drüber führen müssten..“ Diese Umstände führten dazu, dass wir bereits auf halben Weg nach Gisborne mit dem Gedanken spielten, nach einem Schlafplatz Ausschau zu halten. Als uns, kaum in Matawai angekommen, eine Café Besitzerin das Angebot unterbreitete, in ihrem Garten zu zelten, fühlten wir uns in diesem Gedanken bestärkt. Für uns öffnete Sie sogar nochmal ihren kleinen Supermarkt und brachte uns ein paar Zutaten für unser Abendessen aus ihrer Küche. Froh über unseren schönen, sicheren Platz, konnten wir anschließend sogar noch die Stammgäste im lokalen Pub kennen lernen.

Der nächste Morgen begann hervorragend, mit einer guten Tasse Kaffee, die uns direkt vors Zelt gebracht wurde. Passend dazu gab es eine Nudelsuppe mit den Spaghetti vom Vorabend und ein ‚Power-Milch-Müsli‘. So ging es leichtfüßig weiter nach Gisborne, auf angenehmem geteertem Wege. Schon gegen 2 pm schlugen wir dort ein – zeitlich ideal, um noch ein gutes Stück Richtung Napier zurücklegen zu können, wenn da nicht noch der Stop im Supermarkt gewesen wäre.

Wie wir im Nachhinein feststellten, blieb unsere Ankunft dort nicht unbemerkt. Während der Zusammenstellung unserer Früchte-Kombi fragte uns eine ältere Frau, wo wir denn her kämen mit all unserem Gepäck. Als dann das Schlüsselwort ‚Old Motu Way‘ fiel, zuckten ihre Augenbrauen nach oben: „Good on you (...)!“ und im weiteren Gespräch erfuhren wir, dass es sich dabei um eine Mountainbike Wettbewerbsstrecke handelte - kann sich als erste Tagestour doch durchaus sehen lassen ;). Später erzählte sie uns, ihre ganze Familie sei sehr radbegeistert und sie unterstütze das sehr. Spontan schrieb sie uns außerdem ihre Adresse auf mit den Worten, wir sollten sie doch besuchen kommen, sie wohne nur ein paar wenige Kilometer vom Supermarkt entfernt. Bevor stand also eine ‚wichtige‘ Entscheidung: die Einladung fallen lassen und Richtung Napier aufbrechen, um im inzwischen eng gewordenen Zeitplan zu bleiben, oder den Nachmittag schon etwas früher ausklingen zu lassen, der Familie einen Besuch abzustatten und stattdessen Napier aus der Routenplanung zu streichen. Wir entschieden und für letzteres und nachdem wir Gisborne noch etwas unter die Lupe genommen hatten, machten wir uns auf zur beschriebenen Adresse. Dort wurden wir schon erwartet, unsere Tour, einschließlich der Anerkennung findenden Fahrt über den ‚Old Motu Way‘ war bereits allen bekannt. Auch wenn das Haus nicht in ‚bester‘ Ordnung war (und sich sogar Papa beim Eintritt ein lautes Luftholen nicht verkneifen konnte ;), verbrachten wir nach einer erfrischenden Dusche einen wirklich schönen Abend mit aufwendig gekochtem Essen, gefolgt von diversen regionalen Weinen und erfuhren einiges über das Leben, bzw. die Zukunftsplanung der ganzen Familie Mc Loughlin. Hätten wir für den folgenden Tag nicht geplant gehabt, von den Hügeln um Gisborne - der Stadt, die als erste jeden Tag die Sonne aufgehen sieht, den Sonnenaufgang mit zu verfolgen, hätte der Abend womöglich erst viel zu spät ein Ende gefunden J.

Unsere Hoffnung, am nächsten Morgen Zeugen einer schönen Morgendämmerung zu werden, fiel dann allerdings einem Wolkenhimmel zum Opfer. Nichtsdestotrotz bot der kleine Berg, auf den uns Bryce geführt hatte, einen weiten, eindrucksvollen Blick über ganz Gisborne.

Weiter ging es nach der Verabschiedung schließlich über Berg und Tal nach Frasertown, einem winzigen Örtchen, das lediglich aus ein paar zerfallenen Häusern und einem Pub bestand, in dem wir uns auch gleich niederließen, um dem sich ankündigenden Regen zu entfliehen. Da seine Frau krank im Bett lag, musste der dortige Wirt an diesem Abend alleine die Küche schmeißen und staunte nicht schlecht, als wir nach den ersten beiden Portionen Steak mit Pommes und Bohnen die gleiche Menge nachbestellten. Nicht weniger überrascht waren Papa und ich, als dieser am Ende dann nicht einmal Geld dafür annehmen wollte. Zusätzlich stellte der Wirt uns sogar einen Zeltplatz auf seiner überdachten Terrasse zur Verfügung. (Weshalb er so großes Mitleid mit uns hatte, ist uns bis heute unerklärlich!

in der Nacht einsetzende Regen hielt bis in den folgenden Nachmittag hinein an und beeinflusste unsere Weiterfahrt ziemlich: der aufgeweichte Schotterboden ließ die Reifen förmlich am Untergrund kleben und erschwerte so den Aufstieg hinauf, zum Lake Waikaremoana zusätzlich. Die vielen Unebenheiten und Pfützen machten diese Angelegenheit nicht angenehmer.

Dies veranlasste uns schließlich, einen Pickup Fahrer um Unterstützung zu bitten. Die beiden Räder und das ganze Gepäck auf die offene Ladefläche geschmissen, standen wir hinter der Fahrerkabine und fragten uns während der Fahrt, ob unser Fahrer uns bereits vergessen hatte, bzw. uns loszuwerden versuchte: wie von der Tarantel gestochen raste er um die Kurven, über Bodenwellen, vorbei an entgegenkommenden Fahrzeugen. Nicht nur boten die nassen Eisenstangen keinen rutschfesten, sicheren Halt, auch der starke Regen machte uns zu schaffen: entweder man schaute nach vorne, spürte wie einem das Wasser den Hals hinunterlief und konnte sich dann aber auf den Straßenverlauf einstellen, oder man versuchte, das alles möglichst trocken zu überstehen, schaute auf die Ladefläche und fiel dann aber, nach einer unerwarteten Kurve halb vom Pickup.

Sicher fühlten wir uns erst wieder, als wir uns, platsch nass am Lake angekommen, wieder zu sortieren versuchten.

Nach einer Pause ging es dann zum Glück einigermaßen trocken weiter und nach einer weiteren Übernachtung auf einem Rastplatz und einigen weiteren gefahrenen Kilometern zeigte sich uns noch ein Maori von seiner netten Seite - fragte uns, ob er uns in seinem Van mitnehmen solle. Dies war eigentlich nicht nötig, es sprach aber auch nichts dagegen und so hatten wir eine unterhaltsame Fahrt bis nach Murupara, außerhalb des Nationalparks.

Ein sicheres Gefühl gab uns der Anstecker, den der Maori hinten an seinem Hut angebracht hatte:

"I am NOT a Terrorist". Dazu muss man wissen, dass die neuseeländische Regierung vor knapp 3 Monaten in diesem Nationalpark (Te Urewera) angeblich ein Terroristen Camp ausfindig gemacht und mit einem riesigen Polizeiaufgebot die Gegend durchkämmt hat. Ob es dort nun wirklich Terroristen gab, weiß niemand.

Von Murupara aus war es nur noch eine Halbtagestour bis nach Rotorua, wo Papa ein YHA hostel inkl. einem heißen Thermalpool für uns gebucht hatte...sozusagen als Ansporn für die lange Reise...


So viel dazu, auch wenn es zu solchen großartigen Abenteuern natürlich noch vieles mehr zu berichten gäbe; rundum ist es eine super Tour gewesen mit vielen neuen Begegnungen, tollen Momenten und dank ausführlicher Planung ohne unangenehme Überraschungen – eben so, wie ich sie mit Papa erwartet habe.

Cheers, seba