Tuesday, December 04, 2007

Entwicklungen in Kaituna 8B1 – Teil 1

Auch wenn ich bezueglich dieses Themas schon laenger nichts mehr von mir hoeren liess, es hat sich seither doch einiges in meinem Arbeitsprojekt veraendert.

Zwei Hauptaufgaben bekamen wir fuer die letzten Wochen zugeteilt: zum einen“funding“ Organisationen anzuschreiben, das heisst Gruppen/ Vereine, die als Sponsoren gewisse Projekte, in unserem Fall Naturschutzmassnahmen finanziell fordern. Das zweite Ziel war es, anlaesslich der im Dezember stattfindenden Hearings, eine Einreichung/ Submission an die hiessige Stadtverwaltung zu formulieren in der wir bestimmte Regelungen fuer die Handhabung des Regenwassers in der gesammten Umgebung beantragen sollten.

Um an die Geldgeber zu kommen, bzw. Antraege an diese Gruppen zu verfassen waren folgende Schritte notwendig:

Des musste eine Art Zugangs“schluessel“ fuer eine Funding Internet Platform kaufen – ein Account, der es fuer eine begrenzte Zeit ermoeglicht, sich in einem Forum aufzuhalten und Internetadressen verschiedenster Sponsoren zu finden. Hierbei musste nach jenen Organisationen gesucht werden, die sich speziell fuer die Aufrechterhaltung historisch/ oekologisch wichtiger Gebiete einsetzen. Nach dem Lesen der Berichte von bisher unterstuetzten Projekten waren Christian und ich doch erst einmal etwas verunsichert, da sie ausschliesslich Projekte schilderten mit grossen Urwaeldern, reicher Vegetations- und Artenvielfalt oder nachweislich historisch sehr bedeutenden Orten. Ausser einer grossen Artenvielfalt an Gorse konnten wir in unserem Gebiet nur wenig ausmachen. Lediglich die Duenenlandschaft, das Flussufer und ein winziger Wald, bestehend aus 50 Baeumen im hinteren Teil des Blocks kamen uns in den Sinn. Hierbei muss hinzugefuegt werden, dass das Flussufer nicht wirklich schuetzenswert ist, da das dreckige Wasser fast jegliches Leben in ihm und drum herum verdraengt hat und es somit ausser Algenwachstum wenig zu bieten hat. Aehnliches gilt fuer die Duenenlandschaft wo das Gorse starken Einfluss aufweist.

Aus diesen Gruenden mussten wir, bevor wir mit dem Ausfuellen diverser Formulare und dem Beantworten sehr praezieser Fragen bezueglich des oekologischen Zustandes/ historischen Ereignissen, die sich in unserem Gebiet abgespielt haben, beginnen konnten, verschiedene Recherchen zu unserem Block und dem umliegenden Gebiet durchzufuehren. Dabei beschaeftigten wir uns mit Forschungsberichten und Untersuchungen, die von Wissenschaftlern angefertigt wurden. Leider verwiesen diese Dokumente nie expliziet auf unser Gelaende und auch von den vielen verschiedenen Pflanzen- und Tierarten, die angefuehrt wurden, war keine Spur in Kaituna 8B1. Trotz alle dem notierten wir uns, soweit sie einigermassen auf unseren Block zutrafen, einige Fakten und formulierten einen zusammenhaengenden Bericht, um nicht fuer jedes einzelne Formular der verschiedenen funding Organisationen neue Antwortsaetze schreiben zu muessen. Bevor wir den ersten Antrag abschickten geschah jedoch Folgendes...

Es gab wieder einmal ein Treffen auf dem Block zwischen den Kaituna 8B1 Trustees und Abgeordneten des Tauranga City Councils, die sich das Gebiet (warum auch immer) anschauen wollten. Christian und ich nahmen als Vertretung von Des daran teil.

Wir konnnten unseren Augen kaum trauen, als wir uns auf dem Block befanden: das Gorse war weg – eliminiert. Wie kann das sein? Was war hier los? Unserer Meinung nach waere das die Aufgabe zukuenftiger Zivigenerationen gewesen und nun hatten es eine Hand voll Maori geschafft, den Bestand innerhalb von 2 Wochen zu dezimieren – unglaublich? Beinahe! Man muss dazu sagen, dass diese Hand voll Arbeiter nicht so anfaengerhaft wie wir, mit Gartenschere und Saege unterwegs waren, sondern mit dicken Baggern und Planierraupen durch Kaituna 8B1 gekreuzt sind. An dieser Stelle die Worte von Des: „First you crawl, then you walk and then you run.” Wir bei Stufe eins..

Eine weitere Ueberraschung fuer uns bot das Maisfeld, im hinteren Teil des Blocks gelegen, etwa ¼ der gesammten Flaeche von 8B1 bedeckend. Stolz zeigte Tony, einer der Trustees auf die kleinen Maispflaenzchen, die schon gute 3 cm aus dem Boden gekommen waren. Wieso haben wir von alle dem nichts gewusst? Zwar hatten wir Tony einmal mit einem Glas in der Hand ueber das Gelaende rennen sehen, in das er Erde fuer eine Bodenprobe fuellen und diese anschliessend auf Maisanbau ueberpruefen lassen wollte – ernst nahmen wir diesen Vorfall allerdings nicht, zumal es nie ein Trustee Treffen gab, bei dem diese Idee angesprochen wurde.

Zu meinem Entsetzen musste ich dann auch noch feststellen, dass unser kleiner Wald, den ich wieder in Stand setzten wollte und deswegen so stark in unseren funding Antraegen hervorgehoben hatte, zur Haelfte einer Planierwalze zum Opfer gefallen war. Damit muss von nun an wohl kein Wort mehr ueber ihn verloren werden.

Bei einer Art „Kriesenbesprechung“, die wir darauf mit Des einberiefen, um unsere veraenderten, zukuenftige Arbeitsziele und das Problem der Kommunikation zu besprechen, erfuhren wir einige Neuigkeiten:

Der Standpunkt der Trustees habe sich von „pro-Umwelt“ zu „pro Business“ gewandelt, Grund: ein Einkommen ist dringend notwendig, um die Steuern fuer das Gelaende, die waehrend den letzten Jahren erheblich angestiegen sind, bezahlen zu koennen und nicht das Land aus finanziellen Gruenden abtreten zu muessen. Hierzu solle in verschiedenen Etappen geplant werden – short term, middle term and long term, wobei der Schwerpunkt unserer Arbeit auf der Planung fuer eine Mittel-/ Langzeitentwicklung liegen werde. Auf kurze Sicht (~4-5 Jahre) sei nun der Maisanbau angedacht, eine Loesung die meiner Ansicht nach nicht die beste ist: hohe Ausgaben fuer Duenger und Saatgut, verbunden mit hohem Wasserverbrauch, wobei der Verkaufspreis fuer Futtermais ziemlich gering ist. Nicht zu letzt hat diese agrarwirtschaftliche Nutzung auch erhebliche Auswirkungen auf das Oekusystem auf unserem Block, sodass das Gebiet fuer den Umweltschutz wohl unattraktiv geworden sein duerfte. Die ausgefuellten funding Antraege koennen somit voraussichtlich in unserer Schreibtischschublade alt werden und die Suche nach anderen Foerderern, wie zB Gruppen, die sich fuer den Erhalt von Maori-Landbesitz einsetzen , muss beginnen. Andererseits ist es natuerlich schwer, eine Loesung zu finden, die Geld einbringt und gleichzeitig alle Moeglichkeiten fuer die zukuenftige Entwicklung offen laesst. Ich haette wahrscheinlich versucht, zusaetzliche Pferdebesitzer zu gewinnen, die ihre Renner in einer Art Koppel auf Kaituna 8B1 unterbringen wuerden. Das haette allerdings auch erst einmal eine Investition in eine Scheune o.ae. bedeutet, um das Land fuer sie attraktiever zu machen.

Um euch einmal ein Bild von Kaituna 8B1 machen zu koennen, hier die Luftaufnahme aus Google Earth (fuer Daniel sogar mit Koorinaten)

Ueberblick ueber Papamoa & Mount Maunganui; unser Haus und der Weg zur Arbeit

Fuer alle die es sonst nicht gefunden haetten, hier nochmal unser Gemach, unter dem roten Punkt..

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