In der Woche vom 11.-17. Februar fand in Napier (Ostküste) das traditionelle Art Déco Festival statt. Kurz zum Begriff: Art Déco ist eine Stilbezeichnung für Kunsthandwerk und Malerei aus den 20er Jahren. Dabei ist diese ornamentale Stilrichtung nicht nur in der Kunst, sondern auch in der (Innen-)Architektur, der Kleidung und der Wohnausstattung dieser Zeit zu finden.
Der Grund, weshalb dieses Festival jährlich gerade in Napier stattfindet ist Folgender: Als es 1931 an der Ostküste zu einem starken Erdbeben (7,9 a. Richterskala) kam, wurde die damalige Stadt weitestgehend zerstört. In den Jahren danach wurde sie originalgetreu nachgebaut und restauriert und zwar von Architekten der Art Déco Epoche. Fast alle großen Gebäude und Straßen der Innenstadt wurden daher einheitlich im Art Déco (französisch »arts décoratifs«) konstruiert und Napier wurde so zu einer der meist geprägten Städte dieser Stilrichtung. Heute streitet sie sich mit Miami um den Titel der A. D. Welthauptstadt.
Zusammen mit einem Freund aus Österreich machte ich mich in dessen Van recht spät am Abend auf den 300 km langen Anfahrweg. Die Tatsache, dass es ein sehr alter Van war (Anschieben war Pflicht wenn der Motor warm war!!), veranlasste mich zum langsamen Fahren, sodass wir uns nach knapp 4 Stunden, um halb eins nachts immer noch auf der Straße befanden – zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als sich das laute Motorgeräusch in ein sanftes Brummen und schließlich in ein lautloses Rollen verwandelte: das liebe Tanklämpchen hatte uns im Stich gelassen und uns war der Sprit ausgegangen. Es blieb nichts anderes übrig, als mitten in der Nacht, 20 km vor Napier am Straßenrand einer Landstraße durch das nichts stehen zu bleiben. Mit lautem Zischen zogen große LKWs an uns vorbei, ließen den schiefstehenden Van nur so wackeln und wir begannen uns ernsthaft Sorgen zu machen, umgekippt im Straßengraben zu enden. Glücklicherweise blieb nach einigen vergeblichen ‚Auto-Anhaltversuchen‘ doch noch ein Auto stehen – Paul aus Napier, mit dem ich immer noch Email Kontakt habe brachte mich zur 7km entfernen petrol station. So erreichten wir gegen 2 am doch noch Minsiks placement (ICYE Südkorea) – geplant war gegen 9 pm ;).
Zu dritt machten wir uns Tags darauf auf in die Innenstadt – besichtigten die zahlreichen Veranstaltungen und genossen die festliche Atmosphäre:
Schön anzuhören - Filklore zum Frühstück, die Musikanten ordentlich gedressed..
- da konnte ich die Kamera leider nicht still halten..
Für dieses Festival-Wochenende war die gesamte Innenstadt lediglich Autos, Baujahr vor 1951 freigegeben, viele der anwesenden Leute waren im traditionellen Kleiderstil von 1930-1950 gekleidet und Musikanten brachten durch ihr Jazzspiel die Zuhörer zum Tanzen. Klein und Groß wurden auf Dampfwalzen durch die Stadt gefahren, Oldtimerparaden zogen durch die Straßen und Propellermaschinen boten Flugshoweinlagen am Himmel. Die Stimmung der Besucher war dementsprechend großartig: ein jeder war von der sehr authentisch wirkenden Atmosphäre aus vergangener Zeit begeistert.
..hier vor einem dampfbetriebenen Tracktor mit Schwungrad: mein bester Kumpel Minsik aus Südkorea und ich....Straßenpassage der Innenstadt, alle Häuserfronten einander sehr ähnlich, im Art Déco Stil..
..oft sah man ganze Familien einheitlich, traditionell-chic gekleidet. Man beachte hier den Schuhputzer..
..nicht nur motorisierte Fortbewegungsmittel aus älterer Zeit waren zu sehen, auch das gute, etwas unproportional wirkende alte Fahrrad tummelte sich in den Massen..
.. das Automobil-Aufgebot während der Parade war gigantisch: nicht nur waren die verschiedensten Modell und Wagentypen anzutreffen, auch waren diese bis ins kleinste Detail herausgeputzt und gepflegt..

.. sogar einige Rolls Royce wurden ausgeführt - Scheinwerferaus aus Gold.. .. auch ich zählte zu den glücklichen Schlüsselbesitzern.... cute - oder? ;P..
..Sonntag Morgen: ein soapbox-race stand auf dem Programm - faszinierend die Ideen mancher Leute....das darf natürlich nicht fehlen: eine Militärparade der in weiß gekleideten New Zealand navy..
..die Pilotenmüssen sich gut abgsprochen haben: alte Propellermadschinen ziehen während ihrer Flugshow Kondenzstreifen hinter sich her..
..und zuletzt noch ein Gruß aus Schottland: der Musikverein Napier konnte ebenfalls überzeugen:mit seinen Dudelsäcken und Trommeln zog er doodelnd durch die Stadt .








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