Das eigentliche Camp fand weit im Norden New Zealand‘s, in der ‚Bay of Island‘ statt, die wir, nach einer kurzen Führung durch den Waipoua Forest - Tane Mahuta (habe bereits berichtet!) anfuhren. In Paihia angekommen, ging es direkt aus dem Bus auf ein größeres Boot - ‚The Rock‘, das unsere Organisation 24 h ausschließlich für uns angemietet hatte.
Das aus der Ferne eher spartanisch wirkende Schiffchen entpuppte sich, unmittelbar nach dem Ablegen, als dann die Lange Programm Liste vorgelesen wurde, als absoluter adventure-cruizer: Begonnen wurde mit dem ‚Tontaubenschießen‘, bzw. dem Schießen mit einem Luftgewehr auf eine hilflose Ente, die an einem Seil hinter dem Boot her gezogen wurde (Ente aus Plastik!!). Darauf folgte das Angeln des Abendessens, wobei jeder seine eigene Angel bekam und sein Glück beim Fischen versuchen konnte. Das Gerücht, Angeln bestünde hauptsächlich aus Warten und Tee trinken, konnten wir dabei nicht bestätigen: ständig fing die Angelspitze an zu wippen und diverse Schwimmer u. ä. wurden zu Tage gezogen – jedoch: da die meisten unter ihnen wohl gerade erst das Schwimmen erlernt hatten und noch unter einer bestimmten Mindestgröße lagen, mussten sie meistens vom Haken wieder weg gemacht und in die See zurückgeworfen werden.
(Nicht allerdings dieser Fisch hier - seine Größe wurde ihm zum Verhängnis!!)
Nebenher leistete uns hierbei ein kleinerer Hammerhai Gesellschaft, der – die Flosse aus dem Wasser streckend, auf uns zu ruderte. Vom Schwimmen gehen konnte dieser jedoch nicht alle unter uns abschrecken (mich schon ;). Nach dem guten, fischigen Abendessen konnte man entweder bei Mondschein per Kajak durch das Wasser rudern, am Billardtisch Kugeln versenken oder verschiedene Kartenspiele in kleiner Runde spielen.

Nach dem Anlegen vor einer Bucht konnte dann nochmals ‚gekajakt‘, ein kleiner Spaziergang auf der Insel unternommen , nach Seeigel getaucht oder Fußball im Sand gespielt werden. Die gesammelten Seeigel kamen anschließend unters Messer: halbiert konnte man mit einem Löffel kleine gelbe Eier herauskratzen, die in Japan angeblich als Delikatesse – einige Hundert Dollar per Kilo – verkauft werden. Das Geld würde ich allerdings lieber wo anders anlegen, obwohl ich die Eier nicht direkt schlecht fand ;).
Die Zeit auf ‚The Rock‘ verging wie im Flug und schwuppdiwupp saßen wir auch schon wieder im Backpacker, in Paihia, wo der theoretische Teil des Camps statt fand. Da dessen Inhalt jedoch recht uninteressant war und nichts neues bot, lohnt es sich nicht, darüber Näheres zu berichten.
Anders der folgende Tag: ein langer Trip bis an den nördlichsten Punkt Neuseelands, wo sich Tasman Sea und Pazifik vereinen stand auf dem Programm: Cape Reinga.
Hier einmal ausschließlich unter Asiaten.. v.l.n.r.: Sang Jeong (Südkorea), Meng Hsiang (Taiwan), Minsik (Südkorea), ich selbst, Manoj (Nepal)
Wegweiser am Cape Reinga
Das weite, unbewohnte Gebiet mit seinen langen, verlassenen Strandbuchten, der Wind und der Treffpunkt der beiden Gewässer, schufen eine seltsame, fast schon mystische Atmosphäre. Verstärkt wurde diese durch das, was uns der Busfahrer über das Mikrofon erzählte: Im Glauben der Maori spielt die gesamte Gegend um Cape Reinga eine sehr wichtige Rolle. Die Seelen verstorbener Maori machen sich, so glauben sie, nachdem sie den Körper verlassen haben, auf, dem nördlichsten Punkt Neuseelands entgegen. Dabei wandern sie über eine kleine Insel, vor dem ‚Ninety Mile Beach‘ im Nordwesten gelegen, wo sie 3 Tage ruhen und sich dann auf ihre letzte Reise zum Cape machen, wo sie über den dortigen Pohukutawa Tree im Meer verschwinden und ins Paradies gelangen. Dieser Glaube ist der Grund, wieso sich viele Angehörige, einige Tage nach dem Tod eines Maori auf zum Cape Reinga machen: hier können sie ihm ein letztes Mal ‚Auf Wiedersehen‘ sagen.
Letzter Programmpunkt war schließlich noch das Sandboarding: auf einem BodyBoard konnte man größere Dünen hinunter rutschen – bei starkem Wind jedoch eine mehr sandige, als spaßige Angelegenheit ;). Insgesamt war ich wirklich begeistert von diesem Camp – auch wenn wir während der drei Tage viele, viele Stunden im Bus saßen; Das Programm war sehr abwechslungsreich und ich konnte einige Dinge ausprobieren und sehen, die mir neu waren.
Viele Grüße,
seBa












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