Monday, February 25, 2008

„Waitangi Day“

Hier ein Nachtrag, der meinerseits leider ebenfalls eine längere Zeit des ‚darüber Nachdenkens‘ beanspruchte..

Es war (damals) der 6. Februar, einer der bedeutendsten Nationalfeiertage Neuseelands: an diesem Datum – 1840 wurde der sog. ‚Treaty of Waitangi‘, unterzeichnet, ein Vertrag zwischen einigen Maori Stammesführern und der britischen Krone. Unterzeichnungsort war Waitangi (in der ‚Bay of Islands‘ gelegen), weshalb der Vertrag diesen Namen trägt. Da ich den Vertrag selbst leider bisher noch nicht in die Hände bekommen habe, kann ich über dessen Inhalt nicht genauer berichten und lediglich einige Infos aus Wikipedia wiederholen: Mit der Vertragsunterzeichnung wurde Neuseeland zur britischen Kolonie und die Maori ‚tauschten‘ ihre Souveränität gegen den Status eines britischen Bürgers ein, d.h. Neuseeland wurde den dem britischen Königreich überschrieben. Den Maori wurde dabei allerdings garantiert, dass sie Land, Grundstücke und andere Besitztümer behalten durften.

Allerdings - heute wird an diesem Datum nicht nur gefeiert, sondern auch protestiert: einige Maori fühlen sich auf Grund einer ihrer Meinung nach ‚falschen‘ Übersetzung vom Englisch ins Maori benachteiligt. Andere protestieren, um diesem Feiertag eine größere Bedeutung zuzutragen..

(Das war leider schon alles, was ich dazu weiß :). Für besonders Wissensbegierige/ genauere Auskunft zu diesem Thema bietet ‚Wikipedia‘ einige Literaturtipps!;).

Für Chris und mich war dieser Tag deswegen besonders, weil wir schon vor 5 am das Haus verließen und uns auf zum Mount machten. Tags zuvor hatten wir mitbekommen, dass dort um diese Zeit eine Feier einiger Maori stattfinden sollte. So war es auch: hunderte Maori, aber auch schaulustige Zuschauer, machten sich in der frühen Morgenstund‘ auf zum Gipfel. Neben einigen Reden des Bürgermeisters, anderer Abgeordneter und diverser tribe chiefs, sorgten auch einige Maori Krieger mit einem traditionellen Haka-Tanz für Unterhaltung..


Früh Aufstehen lohnt sich: zwar könnte der Sonnenaufgang etwas ‚intensiver‘ sein, die Lichterlandschaft um Tauranga ist jedoch um so eindrucksvoller..


Hier die Maori Krieger bei ihrem traditionellen ‚Haka‘ – Kriegstanz (kurz nachdem ich mich mit ihnen angelegt hatte ;).



Da ich gemerkt habe, dass einige Leser der maorischen Zunge nicht so mächtig sind, ist hier der „Liedertext“ zum mit singen.

Ka Mate


Anführer
: Ringa pakia! Schlagt die Hände auf die Schenkel!
Uma tiraha!
Drückt die Brust nach vorne!
Turi whatia!
Beugt die Knie!
Hope whai ake!
Und die Hüften!
Waewae takahia kia kino!
Stampft mit den Füßen, so fest ihr könnt!
Anführer
: Ka mate, ka mate Das ist Tod (oder: Ich werde sterben)
Mannschaft
: Ka ora, ka ora Das ist Leben (oder: Ich werde leben)
Anführer
: Ka mate, ka mate Das ist Tod, das ist Tod
Mannschaft
: Ka ora, ka ora Das ist Leben, das ist Leben
Alle
: Tēnei te tangata pūhuruhuru Dies ist der haarige Mann…
Nāna nei i tiki mai whakawhiti te rā
…der die Sonne brachte und sie scheinen ließ!
Ā upane, ka upane Ein Schritt nach oben, und noch einer!
Ā upane, ka upane
Ein Schritt nach oben, und noch einer!
Whiti te rā, hī! Die Sonne scheint!


Kurze Anmerkung: Der Haka ist mehr als nur ein Tanz, er ist ein wichtiger Teil der traditionellen Willkommens- und Unterhaltungszeremonie für Gäste. Früher war er außerdem ein Mittel, um für einen bevorstehenden Kampf Mut zu machen und Angst bei den Gegnern hervorzurufen (heute auch noch im Sport der Maori zu sehen, wie beispielsweise beim Rugbyspiel der All Blacks, letztes Jahr gegen Frankreich).

Wednesday, February 20, 2008

Halbzeit auf dem Mid Year Camp

Nachdem ich nun etwa einen Monat Zeit hatte, über unser Mid Year Camp zu reflektieren ;), möchte ich über dieses Treffen aller Exchangees, die Anfang August mit mir angekommen sind, an dieser Stelle kurz berichten:

Das eigentliche Camp fand weit im Norden New Zealand‘s, in der ‚Bay of Island‘ statt, die wir, nach einer kurzen Führung durch den Waipoua Forest - Tane Mahuta (habe bereits berichtet!) anfuhren. In Paihia angekommen, ging es direkt aus dem Bus auf ein größeres Boot - ‚The Rock‘, das unsere Organisation 24 h ausschließlich für uns angemietet hatte.

Das aus der Ferne eher spartanisch wirkende Schiffchen entpuppte sich, unmittelbar nach dem Ablegen, als dann die Lange Programm Liste vorgelesen wurde, als absoluter adventure-cruizer: Begonnen wurde mit dem ‚Tontaubenschießen‘, bzw. dem Schießen mit einem Luftgewehr auf eine hilflose Ente, die an einem Seil hinter dem Boot her gezogen wurde (Ente aus Plastik!!). Darauf folgte das Angeln des Abendessens, wobei jeder seine eigene Angel bekam und sein Glück beim Fischen versuchen konnte. Das Gerücht, Angeln bestünde hauptsächlich aus Warten und Tee trinken, konnten wir dabei nicht bestätigen: ständig fing die Angelspitze an zu wippen und diverse Schwimmer u. ä. wurden zu Tage gezogen – jedoch: da die meisten unter ihnen wohl gerade erst das Schwimmen erlernt hatten und noch unter einer bestimmten Mindestgröße lagen, mussten sie meistens vom Haken wieder weg gemacht und in die See zurückgeworfen werden.

(Nicht allerdings dieser Fisch hier - seine Größe wurde ihm zum Verhängnis!!)

Nebenher leistete uns hierbei ein kleinerer Hammerhai Gesellschaft, der – die Flosse aus dem Wasser streckend, auf uns zu ruderte. Vom Schwimmen gehen konnte dieser jedoch nicht alle unter uns abschrecken (mich schon ;). Nach dem guten, fischigen Abendessen konnte man entweder bei Mondschein per Kajak durch das Wasser rudern, am Billardtisch Kugeln versenken oder verschiedene Kartenspiele in kleiner Runde spielen.


Tag 2 begann relativ früh, mit Sonnenschein und einer einzigartigen Umgebung – zahlreichen, kleinen Inseln, Buchten und Segelboten. Nach dem Frühstück wurde sofort die Taucherbrille übergeschnallt, Flossen angezogen und ab ging es in die Unterwasserwelt, um Felsen herum und an Küsten entlang. Das Highlight hier war die „Wildtierfütterung“ – sofern man es geschafft hatte, 2 Miesmuscheln vom Felsen abzudrehen und diese durch aneinander Schlagen zu öffnen. Die scheuen, bunten Fische kamen auf einmal aus allen Ritzen, dem Muschelgeruch hinterher. Im nu war man von 10-20 Fischen umgeben, die einem hungrig die Muschel aus der Hand aßen.

Nach dem Anlegen vor einer Bucht konnte dann nochmals ‚gekajakt‘, ein kleiner Spaziergang auf der Insel unternommen , nach Seeigel getaucht oder Fußball im Sand gespielt werden. Die gesammelten Seeigel kamen anschließend unters Messer: halbiert konnte man mit einem Löffel kleine gelbe Eier herauskratzen, die in Japan angeblich als Delikatesse – einige Hundert Dollar per Kilo – verkauft werden. Das Geld würde ich allerdings lieber wo anders anlegen, obwohl ich die Eier nicht direkt schlecht fand ;).

Die Zeit auf ‚The Rock‘ verging wie im Flug und schwuppdiwupp saßen wir auch schon wieder im Backpacker, in Paihia, wo der theoretische Teil des Camps statt fand. Da dessen Inhalt jedoch recht uninteressant war und nichts neues bot, lohnt es sich nicht, darüber Näheres zu berichten.
Anders der folgende Tag: ein langer Trip bis an den nördlichsten Punkt Neuseelands, wo sich Tasman Sea und Pazifik vereinen stand auf dem Programm: Cape Reinga.

Hier einmal ausschließlich unter Asiaten.. v.l.n.r.: Sang Jeong (Südkorea), Meng Hsiang (Taiwan), Minsik (Südkorea), ich selbst, Manoj (Nepal)

Wegweiser am Cape Reinga

Das weite, unbewohnte Gebiet mit seinen langen, verlassenen Strandbuchten, der Wind und der Treffpunkt der beiden Gewässer, schufen eine seltsame, fast schon mystische Atmosphäre. Verstärkt wurde diese durch das, was uns der Busfahrer über das Mikrofon erzählte: Im Glauben der Maori spielt die gesamte Gegend um Cape Reinga eine sehr wichtige Rolle. Die Seelen verstorbener Maori machen sich, so glauben sie, nachdem sie den Körper verlassen haben, auf, dem nördlichsten Punkt Neuseelands entgegen. Dabei wandern sie über eine kleine Insel, vor dem ‚Ninety Mile Beach‘ im Nordwesten gelegen, wo sie 3 Tage ruhen und sich dann auf ihre letzte Reise zum Cape machen, wo sie über den dortigen Pohukutawa Tree im Meer verschwinden und ins Paradies gelangen. Dieser Glaube ist der Grund, wieso sich viele Angehörige, einige Tage nach dem Tod eines Maori auf zum Cape Reinga machen: hier können sie ihm ein letztes Mal ‚Auf Wiedersehen‘ sagen.

Letzter Programmpunkt war schließlich noch das Sandboarding: auf einem BodyBoard konnte man größere Dünen hinunter rutschen – bei starkem Wind jedoch eine mehr sandige, als spaßige Angelegenheit ;). Insgesamt war ich wirklich begeistert von diesem Camp – auch wenn wir während der drei Tage viele, viele Stunden im Bus saßen; Das Programm war sehr abwechslungsreich und ich konnte einige Dinge ausprobieren und sehen, die mir neu waren.

Viele Grüße,

seBa

Sunday, February 03, 2008

“Hier kommt die Maus” – die ersten drei Wochen aus meinem Reisemonat (Teil 2)

..rechtzeitig schafften wir es also noch zu Des’ Silvesterparty, wobei wir hier als aller erstes die lang ersehnte Gelegenheit nutzten, Waesche und Geschirr wieder gruendlich zu waschen. Gefeiert wurde natuerlich am dafuer praedestinierten Pool mit grossem Buffet – Salate, Snacks und Cocktails. Gegen 11 pm suchte sich dann jeder seinen Weg Richtung Mount: er galt als besonders heisse Party Adresse fuer ‚New Years Eve’. In der Tat war „Hinz und Kunz“ dort vertreten und auch aufgebaute Buehnen mit Live Musik sorgten fuer viel Getummel und diverse Beachparties, direkt am Strand. Schliesslich dann ‚Countdown’, 10 minuetiges Feuerwerk (durch die Trockenheit in den Waeldern sind keine privaten Feuerwerke in dieser Jahreszeit erlaubt!) und dann stzte sich dei ganze Meute in Bewegung. Wohin? Dem Anschein nach wusste das niemand so recht. In die Clubs? Fuer NZ$ 20-30 den meisten verstaendlicher Weise zu teuer. Somit waren Tamy und ich nicht die Einzigen, die sich um halb 2 schon wieder aus dem Staub machten. Vielleicht waren die Erwartungen nach all den Ansagen zu gross?!

Nach einem ruhigen Strandtag starteten wir dann am 02.01 schon wieder auf unseren naechsten Trip. Dieser sollte die Coromandel Halbinsel, Auckland und den ‚Far North’ bis nach Paihia umfassen. Da ich im vorigen Bericht schon recht detailliert unsere Route beschrieben habe, werde ich hier etwas kuerzen und (wie von euch erwuenscht) weitesgehend Bilder zeigen..

Hier blau eingezeichnet unsere Route von Trip 2. Ende der tour: Auckland Airport; auch bei dieser Tour mieden wir die Camping Plaetze, so kamen wir nur ein einziges Mal mit dessen Komfort in Kontakt ;)

Coromandel - 30 minuetiger Aufstieg auf Mt Paku, Blick ueber ein Villen Viertel

Ausblick vom Mt Paku auf Kuesteninseln

Blick ueber Tairua und seine Bootanlegestellen

Track zur Cathedral Cove in Hahei - Coromandel

Cathedral Cove - eine Art offen gelegene Kalksteinhoehle; sehr beleibtes Fotomotiev in NZ

Ebenfalls nahe der Cathedral Cove; im Blickfeld 2 Yucka PalmenEin Pohukutawa Tree - ein native tree Neuseelands; laut den Maori sagt dessen Bluetezeit aus, wie der kommende Sommer wird: blueht dieser vor dem 25. Dezember/ Weihnachten (wie letztes Jahr!), wird es ein heisser, langer Sommer werden...mal sehen :)

Nach langer Suche fanden wir schlussendlich doch noch einen schoenen Zeltplatz; kurz nachdem wir die Coromandel Halbinsel (im Bildhintergrund zu erkennen) verlassen hatten.

ein kleinerer Wasserfall, dessen Namen ich vergessen habe ;)

Tamy - gluecklich, sich auf einem Wochenendmarkt diese Kette zugelegt zu haben (hierbei handelt es sich um ein Symbol der Maori Kultur; den Namen kenne ich nicht mehr, aber englisch ueberstezt heisst es so viel wie 'new lives, new beginnings'.

Wer wuerde denken, dass aus einem solchen Pflaenzchen....

...solch' ein riesiger Baum werden kann? Auch dieser Baum ist ein 'native tree' Neuseelands - der Kauri tree. Im Waipoua Kauri Forest (gelegen im 'Northland', an der West Kueste) machten wir einen kurzen Abstecher zu 'Tane Mahuta', dem 'Gott des Waldes'. Dieser ist der hoechste und am Volumen gemessen der groesste Kauri tree Neuseelands (13m Umfang). Geschaetzt wird sein Alter auf 1500-2000 Jahre! Dadurch, dass sein Stammdurchmesser nicht nach oben hin abnimmt (also fast einen perfekten Zylinder bildet), besitzt er im Vergleich zu anderen Baeumen seiner Groesse ein riesiges Volumen an Holz. Das wurde ihm in frueheren Jahren zum Verhaengnis: v.a. fuer den Schiffsbau (Schiffsmasten!) wurde ein Grossteil dieser Baeume gerodet. Heute gibt es somit nur noch etwa 4%! des urspruenglichen Bestandes.

..aeusserst beeindruckend war der Moment, als der maechtige Koloss auf einmal vor uns auftauchte...

Tamy am Strand - mit Sand. Das ist eine Geschichte fuer sich!!! Generell gilt: Tamy mag Sand und Meer und alles was dazu gehoert SEHR...zumindest auf Bildern. Ist sie erst einmal an einem Sandstrand, sind alle um sie herum gut beraten, aufzupassen, dass sie nicht sandig wird.. Das ist natuerlich recht schwierig - vor allem bei Wind :)

Schritt zwei ist dann der Kontakt mit Wasser. Einfach ins Wasser zu gehen ist nicht drin und da hoert der Spass auch schnell auf, wenn man ihr dabei behilflich sein will. Stueck fuer Stueck wird sich, wie auf dem folgenden Bild bestens erkennbar, vorgearbeitet und dabei kann es dann auch passieren, dass solch eine (gut viertel stuendige) Prozedur erfolglos, wegen zu kalter Naesse abgebrochen wird...(ganz ehrlich, Tamy?! :)

Ein weiteres Tourhighlight war der Stop in Kawakawa - eine kleine Ortschaft, von der wohl niemad reden wuerde - wenn ihr nicht der Oesterreicher Friedensreich Hundertwasser (Friedrich Stowasser) einen Besuch abgestattet haette. Er lebte hier nicht nur einige Jahre seines Lebens, sondern gestaltete 1997 auch die oeffentlichen Toiletten des Ortes Kawakawa.

Man beachte: man muss nicht nur keinen Eintritt fuer die Toiletten bezahlen, sondern darf diese sogar nutzen ;)


viele Gruesse,

euer seba

Saturday, February 02, 2008

“Hier kommt die Maus” – die ersten drei Wochen aus meinem Reisemonat (Teil 1)

Am 22.12. war es soweit: Tamy hatte von Philadelphia aus ueber L.A. den langen Weg ueber den Pazifik zurueck gelegt und war nach einem „turbulenten“ Flug in Auckland gluecklich und top fit gelandet. Fuer die knapp drei Wochen, die vor uns lagen, hatten wir zwei groessere Trips mit einem Mietauto auf der Nordinsel geplant, wobei wir fuer Silvester nochmal nach Papamoa zurueck kehrten und unser zweiter Ausflug am Airport Auckland endete.

Weihnachten, hier am 25. Dezember am Mittag gefeiert, verbrachten wir noch in meiner Gast“familie“, wobei Des noch weitere Exchangees zu sich eingeladen hatte. Aehnlich wie zu Hause wurde aufwendig gekocht: es gab ein groesseres Mittagsbuffet und sogar fuer einen ECHTEN Weihnachtsbaum hatten Theo und ich gesorgt.

Da Neuseeland in vielerlei Hinsicht stark von Amerika (USA) gepraegt ist, bzw. sich daran orietiert, werden in der Regel Plastikbaeumchen, zusammen mit einer bunten, aufwendige Garten-/ Aussenbeleuchtungen angeschafft. Weihnachten feierten wir somit zwar mit echtem Baum, bei gemuetlichem Zusammensein und einem Spielenachmittag, das traditionelle Weihnachtfest, wie es zu Hause ablaeuft (Familienzusammenkommen, Weihnachtslieder, Kirche,... ) blieb aber leider aus. Insgesamt muss ich sagen, dass die gesamte Weihnachtszeit (inklusive Adventszeit) auf den 25. Dezember beschraenkt war, d.h. es kam vor dem 25. keinerlei Weihnachtsstimmung auf und nach dem 25. war sie auch schon wieder weg, sofern man ueberhaupt von einer sprechen kann. Da konnten auch die Weihnachtsmaenner in den Supermaerkten, die Werbung im Fernsehen und diverse Weihnachtsdekorationen nichts dran aendern – das Wetter und die Temperaturen riefen bei allen lediglich Urlaubsstimmung hervor.


Da Tamy und ich fuer unsere Trips beschlossen hatten, nicht jeden Abend in einer Jugendherberge bzw. einem Camping Platz zu uebernachten, mussten alle noetigen Utensilien, d.h. Zelt, LuMa, Geschirr, genuegend Wasser, Essen, Gaskocher, Klamotten, Camping Stuehle & Co fuer das Wildcampen mitgenommen werden. Dazu war am 26. (Boxing day = Schnaeppchen Tag) eine Shopping Tour per Fahrrad durch dei Stadt notwendig – bis wir vom Gaskocher, einer Anti-Fliegen-Kerze, einer „Waescheleine“, einer elektrischen Pumpe fuer das „Queen-Sized-Air-Bed“ bis hin zum Kochloeffel perfekt ausgestattet waren.


Wie ihr auf der Karte oben mit verfolgen koennt, verlief unsere Tour von Tauranga aus ueber Rotorua zu einem „geothermal“ Park (WAI-O-Tapu) mit Schwefelhoehlen, rot und gruen schimmernden Seen, Geysiren und Mud-pools. Solche Parks sind in der Gegend zwischen Rotouru und Taupo sehr haeufig anzutreffen, da dieses Gebiet direkt ueber einem sog. ‚Hot Spot“ liegt.

Nach der Besichtigung der Huka Falls steuerten wir auf unseren ersten Uebernachtsungsplatz hin: Lake Taupo. Hier nisteten wir uns in einem kleinen Dorf (Kinloch), direkt an der Wasserkante – zischen Baeumen und Bueschen ein. Besonders gut an diesem Platz war die morgendliche Bademoeglichkeit, oeffentliche Toiletten sowie ein Esstisch, direkt vor unserem „Haeuschen“.


Tag 2 fuehrte uns am Lake Taupo vorbei nach Taumaranui, eine sehr heruntergekommene Kleinstadt und schliesslich ueber den „forgotten world highway 45“ (150 km. auf zT engen, abenteuerlich verlaufenden Bergstassen durch naturbelassenen Regenwald, gruene Berglandschaften und an zahlreichen Fluessen/ Baechen entlang) nach Stratford – einer nach Shakespeare ausgerichteten und nach dessen Geburtsort benannten Stadt.

Alle Strassennamen dieser Stadt sind angeblich Charakteren und Referenzen aus dem 27. Kapitel des Shakespeare plays entnommen. Auch der sog. „Glockenspiel-tower“ im Zentrum der Stadt erinnerte an Shakespeare: er praesentierte uns einen Auszug aus Romeo und Julia. Auch hier hatten wir mit der Uebernachtung Glueck: kaum an die Haustuere geklopft, fuehrte uns eine aeltere Frau durch ihren sehr gepflegten Gartenpark hindurch, auf ihren Schafspaddock, direkt nebn ihrem Haus. Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten und uns ans Abendessenkochen machten, bemerkten wir erst, was fuer eine einzigartige Sicht wir geniessen konnten (Mt. Taranaki/ Egmont, 2518m.).


Begeistert vom Blick auf diesen Vulkankegel, machten wir uns am naechsten Tag auf, dessen umliegenden Mt. Egmont National Park zu durchwandern. Nicht nur das staendige Gipfelbild vor Augen, sondern auch die dichtesten Geflechte und Baumriesen, durch die wir uns schlaengelten, trieben uns der Bergspitze entgegen, wobei wir uns schlussendlich, der Zeit wegen, nicht weiter als bis zur Baumgrenze vorgearbeitet hatten. Allerdings gab es von hier aus doch auch schon viel an Aussicht zu geniessen.

Vom National Park aus machten wir uns auf, zum „Surf Highway 43“, der, an der Kueste entlang, den fast perfekt geformten Vulkankegel umrundet. Natuerlich machten wir auch den Abstecher an das Mt. Egmont Cape und dessen Leuchtturm. Bei der Besichtigung allein sollte es dann allerdings nicht bleiben – die Kulisse, direkt vorne an der Klippenkueste, freie Sicht auf Mt Taranaki, den Leuchtturm und die weite Tasman Sea veranlasste uns spontan, den Tag schon etwas frueher ausklingen zu lassen und uns „einzurichten“.


(Es gibt vom Zeltplatz leider nur ein einziges Foto, das ich nach einigen Startversuchen meiner Kamera zum Glueck doch noch schiessen konnte: beiden Kameras war an diesem Tag die Stromversorgung ausgegangen – Ladekabel daheim im Nachttisch!!)..

Aus irgendeinem Grund sind Tamy und ich nachts wach geworden und staunten nicht schlecht, als wir das Zelt aufmachten und einen super klaren Sternenhimmel, sowie den weiten Strahl des Leuchtturmes entdeckten!

Am folgenden, 4. Tag stand eine laengere Fahrt bevor, schliesslich musste da ausgelassene Stueck vom Vortag nachgeholt werden. So hatten wir nicht viel Zeit, uns New Plymouth anzuschauen; den beruehmten Coastel Track dort liessen wir uns hingegen nicht entgehen. Die Fahrt ging weiter an der Westkueste entlang, Ziel waren die Waitomo Caves, ein riesiges Hoehlensystem , suedlich von Hamilton. Glueck hatten wir, dass an diesem Tag eine zusaetzliche Fuehrung, ausserhalb des geplanten Programmes statt fand, da der Anreiseweg mehr Zeit in Anspruch nahm, als erwartet. Somit kamen wir doch noch am selben Tag dazu, die Neoprenklamotten anzulegen, uns in einen grossen Schwimmring zu pfropfen und damit im kalten Hoehlenwasser enge Gaenge entlang zu paddeln, sowie 2 Meter Hohe Wasserfaelle hinunter zu springen. Neben diesen Taetigkeiten gab es zahlreiche Moeglichkeiten, einige der Hoehlenbewohner kennenzulernen, wie zB die vielen tausend Gluehwuermchen an den Hoehlendecken, Spinnen und Aale. Tamy wurde hierbei sogar, da sie im falschen Moment sich am Kopf gekratzt hatte, zum Tourfuehrer ernannt J. Gegen Ende der Tour musste sich dann jeder Teilnehmer selbst, ohne Taschenlampe, seinen Weg aus der Hoehle finden.

Erst ziemlich spaet endete die Tour, sodass wir uns an diesem Abend mit der Suche nach einem Uebernachtungsplatz nicht allzu lange Zeit lassen konnten. Ungluecklicherweise verfuhren wir uns dann, vor lauter Suchen in eine Sackgasse und so war es bereits dunkel, bevor wir einen geeigneten Zeltplatz fanden: am Ende einer kleineren Bergstrasse fanden wir Gott sei Dank eine nette Bauernfamilie, die uns mit einer Taschenlampe einen Platz in deren Garten zeigte. Die Einladung zum Fruehstueck lehnten wir aber dann doch dankend ab.

So ging unsere Fahrt weiter, zunaechst Richtung Strand, wo wir ausgiebig fruehstueckten und dann weiter der Westkueste folgend über Kawhia nach Raglan, der Surfer-Hochburg. Da unser 5. Reisetag zugleich der letzte Tag in diesem Jahr war, konnten wir anschliessend leider keinen laengeren Aufenthalt in Hamilton machen: den Silvester Abend wollten wir mit unseren Freunden in Tauranga bzw. dem ‚place to be‘ an Silvester – Mt Maunganui feiern..